FFH-Gebiet Dommersberg, Dachsberg und Darmbachaue — im Aufbau — das Projekt befindet sich in der Entwicklung, Inhalte werden laufend ergänzt. Mitmachen

FFH-Gebiet Dommersberg, Dachsberg und Darmbachaue

Lehrpfade · Monitoring · Mitmachen · Entdecken

Das FFH-Gebiet im Süden Darmstadts (317,6 ha) umfasst das Naturschutzgebiet „Darmbachaue von Darmstadt" (66,9 ha) und die bewaldeten Berge Dommersberg und Dachsberg. Es ist gleich dreifach rechtlich geschützt: als FFH-Gebiet, als Naturschutzgebiet und als Teil des Landschaftsschutzgebiets Bergstraße-Odenwald. Auf diesem Naturportal bündeln wir Lehrpfade, akustisches Vogel-Monitoring, Baumporträts und Fahrradtouren zu den Darmstädter Altbäumen sowie ein Mitmach-Angebot für eigene Naturbeobachtungen.

Zwei Gesichter

Das Gebiet hat zwei landschaftlich sehr unterschiedliche Teile, die im Namen schon anklingen: den Bachlauf im Osten und die bewaldeten Berge im Westen.

Video: Till Müller

Die Darmbachaue im Osten

Der Darmbach fließt hier nach Nordosten Richtung Stadtgebiet und bildet mit 170 m den Tiefpunkt des Gebiets. Im Wechsel liegen feuchte Offenlandbiotope und bachbegleitende Auenwälder. Die Feuchtwiesen Breitwiese, Franzosenwiese und Steckertswiese sind Hauptlebensräume für Feuchtgebiets-Spezialisten. Hier liegt das Kernstück des Naturschutzgebiets und das wichtigste Vorkommen der Schmalen Windelschnecke.

Bismarckturm auf dem Dommersberg
Foto: Muck50 · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Die drei Berge im Westen

Ein geschlossenes Waldgebiet, durch die B 449 in zwei Hälften geteilt. Drei Erhebungen geben dem Gebietsteil den Namen: der Dommersberg (263 m, mit der Ruine des Bismarckturms) als höchster Punkt, der Dachsberg (258 m) und der Herrgottsberg (227 m) mit seinen Felsen aus dem ehemaligen Steinbruch. Dominant sind hier alte Buchenwälder. Sie sind der eigentliche Schutzgegenstand des FFH-Gebiets.

FFH-Lebensräume

Fünf von der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützte Lebensraumtypen wurden 2005 im Gebiet kartiert. Buchenwälder dominieren mit etwa 49 % der Gebietsfläche, die Wiesen-Lebensräume sind klein, aber hoch spezialisiert.

Hainsimsen-Buchenwald

135,4 ha · 42,6 % der Fläche · Erhaltungszustand B

Über 200-jährige Buchenbestände am Herrgottsberg sind aus der forstlichen Nutzung genommen. Dieser Lebensraum hat die größte Fläche im Gebiet.

Waldmeister-Buchenwald

19,3 ha · 6,1 % · Erhaltungszustand C

Buchenwälder auf basenreicheren Standorten, mit Waldmeister, Bingelkraut und Goldnessel im Unterwuchs.

Erlen-Eschen-Auenwälder

9,6 ha · 3,0 % · Erhaltungszustand C

Schmale Schwarzerlen-Bestände entlang des Darmbachs und seiner Zuflüsse. Dieser Lebensraum ist EU-weit prioritär geschützt und beherbergt Sumpf-Lappenfarn und Rispen-Segge.

Pfeifengraswiesen

0,6 ha · 0,2 % · Erhaltungszustand C

Ausschließlich auf der Breitwiese, einschürig sehr spät gemäht. Lebensraum für die seltene Hartmans Segge und das Breitblättrige Knabenkraut.

Magere Flachland-Mähwiesen

0,07 ha · 0,02 % · Erhaltungszustand C

Mit nur 759 m² ein winziger Glatthaferwiesen-Bestand, aber mit 34–41 Pflanzenarten pro 12 m² einer der artenreichsten Flächen des Gebiets.

Klima

Wo der Vordere Odenwald in das Oberrheinische Tiefland übergeht, ist das Klima sommerwarm und wintermild. Mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 9 bis 9,5 °C und etwa 650 mm Niederschlag pro Jahr gehört das Untersuchungsgebiet zu den eher trockenen Regionen Hessens. Diese klimatische Konstante spiegelt sich auch in den Pflanzengesellschaften wider.

Wie sich Temperatur, Niederschlag und Extremereignisse über die Jahrzehnte verändern, wertet SoniTrace für das Gebiet kontinuierlich aus: Warming Stripes, Langzeit-Trends, Hitzetage-Entwicklung und Klimanormal-Vergleich. Die Auswertung aktualisiert sich täglich, die Klima-Aggregate werden monatlich neu berechnet.

Geologie

Im Westteil ein kristallines Grundgebirge mit quarzitischem Hornfels, Granit und Diabas, überlagert vom permischen Rotliegenden. Der Bergrücken wurde im 18. Jahrhundert sogar als Steinbruch für die Darmstädter Orangerie genutzt. In der Aue dominiert die jüngere Geschichte: pleistozäner Flugsand und holozäner Wiesenlehm, dazu Terrassensande und Hochflutlehm aus dem Bachlauf des Darmbachs.

Das FFH-Gebiet ist Teil des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald (UNESCO Global Geopark). Auf dem Herrgottsberg liegt der Goethefelsen, Geotop des Jahres 2012 und Zeuge der Kontinentkollision vor 360 Mio. Jahren. Geotope ansehen.

Highlights

Klipsteineiche und Klipsteingrab im Winter
Foto: Danymu · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Die Darmstädter Namensbäume

Die Klipsteineiche am Dachswiesenweg ist mit geschätzten 600 Jahren der älteste Baum. Sie ist 41 m hoch und hat 7,10 m Stammumfang. Sie ist einer von 69 namentlich benannten Altbäumen, die HessenForst über den Darmstädter Stadtwald, Kranichstein und Wixhausen pflegt: die Goethebuche (~300 Jahre), die Herdereiche (~280 Jahre), die Daabbuche, die Claudiuseiche und viele weitere stille Zeugen der Darmstädter Waldgeschichte. Neun davon stehen im FFH-Gebiet.

Alle Namensbäume entdecken

Karte der Umgegend von Darmstadt, 1853
Karte: Umgegend von Darmstadt, 1853 · gemeinfrei · klicken zum Blättern

Seit fast 200 Jahren strukturstabil

Die Karte „Umgegend von Darmstadt" von 1853, im FFH-Gutachten 2005 als historischer Beleg zitiert, zeigt im Gebiet dieselbe Wald-/Offenland-Verteilung wie heute. Auch eine ältere Karte von 1829 belegt diese Strukturkonstanz. Hügelgräber im umgebenden Bessunger Wald bezeugen Besiedlung schon in der Jungsteinzeit. Am Herrgottsberg stand im Mittelalter eine Martinskapelle, und 1567 umzäunte Landgraf Georg den „Bessunger Hegwald".

Schmale Windelschnecke (Vertigo angustior), Makroaufnahme einer Gehäuseschale
Foto: H. Zell · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Schmale Windelschnecke

Eigentlicher Schutzgrund für den FFH-Status ist Vertigo angustior, die Schmale Windelschnecke, eine winzige Gehäuseschnecke von nur knapp zwei Millimetern. Die Darmbachaue beherbergt eines der drei bedeutendsten Vorkommen in Hessen, vor allem in der Franzosenwiese. Ein unscheinbares Tier als Grund für den Schutz eines ganzen Landschaftsraums.

Programme

Acht Schwerpunkte bündeln Bildung, Forschung und Mitmach-Möglichkeiten im FFH-Gebiet und seinem Umfeld.

Was hast du gesehen?

Wenn du mit Kamera oder Handy in der FFH-Gebiet Dommersberg, Dachsberg und Darmbachaue unterwegs bist und einen Vogel oder etwas anderes Spannendes erwischst: schick uns dein Foto. Die Einreichungen erscheinen nach kurzer Prüfung in der Galerie, und bei zugeordneter Art auch direkt auf der jeweiligen Arten-Detailseite.

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Ideen-Werkstatt

Drei spielerische Konzepte, über die wir gerade nachdenken. Noch gibt es kein festes Datum und keine Umsetzung, nur Skizzen für die nächste Ausbaustufe der Plattform. Wenn dich eine der Ideen reizt oder du selbst etwas beisteuern möchtest, schreib uns gern eine E-Mail. Vorschläge sind willkommen.

Trägerschaft und Kooperation

Das Naturportal ist ein Pilot-Projekt von SoniTrace zur akustischen Vogel-Erfassung im FFH-Gebiet Dommersberg, Dachsberg und Darmbachaue. Die erste Messreihe lief im Frühjahr 2026, eine zweite ist für den Sommer geplant. Danach möchten wir periodisch nachmessen. Damit das Vorhaben über den Pilot hinaus wachsen kann, suchen wir Partner: eine kommunale Trägerschaft, einen Naturschutzverband oder eine wissenschaftliche Begleitung, die sich einbringen mag.

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Quellen und Weiterlesen